Diesel-Rußfilter - Autohersteller starten Nachrüst-Offensive
SPIEGEL ONLINE - 03. Februar 2005, 17:27
URL: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,340031,00.html
Diesel-Rußfilter
Autohersteller starten Nachrüst-Offensive
Die Einigung der rot-grünen Koalition über die steuerliche Förderung des Rußpartikelfilters für Dieselfahrzeuge zeitigt bereits Erfolge. Die deutschen Autohersteller wollen die Filter jetzt "so schnell wie möglich" für alle Modelle anbieten.
Hannover - Nach den Plänen der Bundesregierung fällt die steuerliche Förderung der Dieselpartikelfilter zwar geringer aus als ursprünglich geplant und läuft nur bis 2007, kann aber rückwirkend schon 2005 geltend gemacht werden. Wer bis 2007 ein Neufahrzeug mit der neuen Technologie kauft, spart 350 Euro statt der bisher geplanten 600 Euro. Bei der Nachrüstung von Altfahrzeugen beträgt der Steueranreiz 250 statt 300 Euro. Allerdings drohen diese Pläne noch am Unions-dominierten Bundesrat zu scheitern.
Ein BMW-Sprecher sagte, das Unternehmen sei bestrebt, "so schnell wie möglich Diesel-Rußfilter über die gesamte Modellpalette serienmäßig einzubauen". Bereits seit einem Jahr sei dies beim 5er der Fall, in diesem März solle der 7er hinzukommen. Bei den anderen Modellen sei der Rußfilter derzeit noch als Option lieferbar. Bei einer entsprechenden Verfügbarkeit werde man den serienmäßigen Einbau aber auf die anderen Modelle ausdehnen. Dies werde mit Sicherheit nicht bis 2008 dauern. Zudem prüfe BMW derzeit Möglichkeiten zur Nachrüstung älterer Modelle mit Diesel-Rußfiltern.
Im Sommer 2004 hatten die deutschen Autohersteller erklärt, sie wollten bis 2008/2009 alle in Deutschland neu zugelassenen Diesel- Pkw mit einem Rußpartikelfilter ausstatten.
Volkswagen kündigte an, im Laufe des Jahres für alle Modelle aller Marken des Konzerns die Möglichkeit einer Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern anzubieten. Eine Nachrüstung koste im Durchschnitt 500 Euro, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Außerdem werde VW ab Frühsommer den Golf auf Wunsch auch mit Rußfilter ausstatten.
Bei Mercedes-Benz sind rund 20 Modelle mit Partikelfilter erhältlich. Dies sei das größte Angebot in Deutschland, sagte ein Sprecher von DaimlerChrysler. Über 80 Prozent der deutschen Diesel-Neuwagenkäufer entscheiden sich bei Mercedes für einen Partikelfilter. Lediglich zwei Achtzylinder sind bislang nicht mit Filter lieferbar. Dies wird nachgeholt, aber einen Termin gibt es noch nicht. Eine Nachrüstung ist nicht vorgesehen.
Bei Ford sollen ab 2008/2009 alle Diesel-Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sein. Aktuell gebe es zwei Modelle mit entsprechenden Filtern im Angebot, sagte ein Sprecher.
Bei Opel gibt es bei den meisten Modellreihen (Vectra, Astra, Zafira) auch Motoren mit Dieselfiltern im Angebot. Zum Teil ist der Filter dort Serie oder kann als Option bestellt werden. Es gebe bislang keine Entscheidung, bis wann alle Diesel-Motoren mit einem Filter ausgerüstet seien, sagte ein Sprecher. Zudem arbeite Opel an einer Nachrüstmöglichkeit für den 1,9-Liter-Diesel-Motor. Die Lösung müsse aber auch preislich attraktiv sein, sagte der Sprecher. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.
Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, nannte die Pläne des Bundes zur Rußfilter-Förderung eine "halbherzige Lösung". Dennoch rechnet er damit, dass in den Jahren der Förderung bis zu 40.000 zusätzliche Autos pro Jahr mehr verkauft würden. Dies werde der Autokonjunktur einen wichtigen Impuls geben.
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Diesel-Rußfilter
Autohersteller starten Nachrüst-Offensive
Die Einigung der rot-grünen Koalition über die steuerliche Förderung des Rußpartikelfilters für Dieselfahrzeuge zeitigt bereits Erfolge. Die deutschen Autohersteller wollen die Filter jetzt "so schnell wie möglich" für alle Modelle anbieten.
Hannover - Nach den Plänen der Bundesregierung fällt die steuerliche Förderung der Dieselpartikelfilter zwar geringer aus als ursprünglich geplant und läuft nur bis 2007, kann aber rückwirkend schon 2005 geltend gemacht werden. Wer bis 2007 ein Neufahrzeug mit der neuen Technologie kauft, spart 350 Euro statt der bisher geplanten 600 Euro. Bei der Nachrüstung von Altfahrzeugen beträgt der Steueranreiz 250 statt 300 Euro. Allerdings drohen diese Pläne noch am Unions-dominierten Bundesrat zu scheitern.
Ein BMW-Sprecher sagte, das Unternehmen sei bestrebt, "so schnell wie möglich Diesel-Rußfilter über die gesamte Modellpalette serienmäßig einzubauen". Bereits seit einem Jahr sei dies beim 5er der Fall, in diesem März solle der 7er hinzukommen. Bei den anderen Modellen sei der Rußfilter derzeit noch als Option lieferbar. Bei einer entsprechenden Verfügbarkeit werde man den serienmäßigen Einbau aber auf die anderen Modelle ausdehnen. Dies werde mit Sicherheit nicht bis 2008 dauern. Zudem prüfe BMW derzeit Möglichkeiten zur Nachrüstung älterer Modelle mit Diesel-Rußfiltern.
Im Sommer 2004 hatten die deutschen Autohersteller erklärt, sie wollten bis 2008/2009 alle in Deutschland neu zugelassenen Diesel- Pkw mit einem Rußpartikelfilter ausstatten.
Volkswagen kündigte an, im Laufe des Jahres für alle Modelle aller Marken des Konzerns die Möglichkeit einer Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern anzubieten. Eine Nachrüstung koste im Durchschnitt 500 Euro, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Außerdem werde VW ab Frühsommer den Golf auf Wunsch auch mit Rußfilter ausstatten.
Bei Mercedes-Benz sind rund 20 Modelle mit Partikelfilter erhältlich. Dies sei das größte Angebot in Deutschland, sagte ein Sprecher von DaimlerChrysler. Über 80 Prozent der deutschen Diesel-Neuwagenkäufer entscheiden sich bei Mercedes für einen Partikelfilter. Lediglich zwei Achtzylinder sind bislang nicht mit Filter lieferbar. Dies wird nachgeholt, aber einen Termin gibt es noch nicht. Eine Nachrüstung ist nicht vorgesehen.
Bei Ford sollen ab 2008/2009 alle Diesel-Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sein. Aktuell gebe es zwei Modelle mit entsprechenden Filtern im Angebot, sagte ein Sprecher.
Bei Opel gibt es bei den meisten Modellreihen (Vectra, Astra, Zafira) auch Motoren mit Dieselfiltern im Angebot. Zum Teil ist der Filter dort Serie oder kann als Option bestellt werden. Es gebe bislang keine Entscheidung, bis wann alle Diesel-Motoren mit einem Filter ausgerüstet seien, sagte ein Sprecher. Zudem arbeite Opel an einer Nachrüstmöglichkeit für den 1,9-Liter-Diesel-Motor. Die Lösung müsse aber auch preislich attraktiv sein, sagte der Sprecher. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.
Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, nannte die Pläne des Bundes zur Rußfilter-Förderung eine "halbherzige Lösung". Dennoch rechnet er damit, dass in den Jahren der Förderung bis zu 40.000 zusätzliche Autos pro Jahr mehr verkauft würden. Dies werde der Autokonjunktur einen wichtigen Impuls geben.
Gobsch - 4. Feb, 18:24